Anti-Asiatischer Rassismus und Erinnerungspolitik:

Lokale, nationale und transnationale Dimensionen 

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Anti-Asiatischer Rassismus wird häufig als unsichtbar wahrgenommen, da diese spezifischen Marginalisierungen und Gewalterfahrungen selten im Zentrum der politisch-medialen Aufmerksamkeit stehen. Unser Film- und Diskussionsprogramm wirkt diesem Defizit insbesondere im Berliner Kontext gezielt entgegen.

Das Vorhaben entfaltet sich auf drei miteinander verwobenen Ebenen: Zunächst werden die historische Entwicklung des anti-Asiatischen Rassismus und lokale Migrationsgeschichten anhand zeitgeschichtlicher Wegmarkierungen sowie erinnerungspolitischer Prozesse exemplarisch aufgearbeitet. Dazu zählen die Kämpfe koreanischer und vietnamesischer Arbeiter:innen ums Bleiberecht in West- und Ost-Berlin Ende der 1970er- sowie in den 1990er-Jahren. Ebenso stehen koloniale Einschreibungen im Afrikanischen Viertel in Wedding sowie die laufende Auseinandersetzung um den Erhalt der Friedensstatue gegen sexualisierte und koloniale Gewalt in Moabit auf dem Programm.

Darauf aufbauend verknüpft das Projekt Berliner Kontexte mit überregionalen Ereignissen von besonderer erinnerungspolitischer Tragweite. Hierzu gehören die Aufarbeitung der rassistischen Morde an vietnamesischen Boat People in der Hamburger Halskestraße (1980), das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen (1992) und der Mord an Lǐ Yángjié in Dessau (2016). Transnationale Ausblicke nach England, in die Niederlande und in die Vereinigten Staaten runden das Programm ab, um Ähnlichkeiten, Unterschiede und historische Muster des anti-Asiatischen Rassismus im internationalen Vergleich sichtbar zu machen.

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Diese Horizonterweiterung trägt zu einem vertieften Verständnis bei, indem sie lokale und nationale Ausprägungen als Teil eines globalen Phänomens der kolonialen Moderne verortet. Die Verknüpfung verschiedener Ebenen schafft ein vielschichtiges Bild, um ein komplexeres historisches und erinnerungspolitisches Framing des anti-Asiatischen Rassismus mit Gegenwartsbezug zu etablieren. Dadurch entstehen wichtige Anschlüsse zur aktuellen Dekolonialisierungsdebatte städtischer Räume und Erinnerungskulturen. 

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Die Gespräche mit Kulturschaffenden, Forschenden und Aktivist:innen eröffnen kritische Zugänge und ermöglichen einen intensiven Austausch. Das Programm richtet sich besonders an Asiatisch diasporische Menschen sowie Communities of Color, ist jedoch gleichermaßen für die breite Öffentlichkeit attraktiv.  Um das erarbeitete Wissen und die damit verbundenen dekolonialen Perspektiven nachhaltig zu sichern, ist ein Sammelband für Ende 2027 geplant.

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Das Vorhaben führt das Projekt Decolonize Anti-Asian Racist Entanglements (DARE) fort, das 2023 mit der Film- und Vortragsreihe Asiatische Präsenzen in der Kolonialmetropole Berlin im Sinema Transtopia begann, und entwickelt diesen zeitgeschichtlichen Ansatz konzeptuell und gegenwartsbezogen weiter.

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In Zusammenarbeit mit Ballhaus Prinzenallee und Sinema Transtopia

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Partnerorganisationen: Asian Voices Europe, GePGeMi e.V., korientation – Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V.. Unterstützt vom Arbeitsbereich Postcolonial Asian German Studies an der Eberhard Karls Universität Tübingen

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Organisation

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