
EXE: MYTHOS
Städte speichern Ordnung. Flüsse tragen, was verschwindet.
Vor Berlin gab es Wasser.
EXE: MYTHOS ist eine Performance zwischen Live-Text, Film, Sound und choreografischer Präsenz. Ausgangspunkt der Arbeit ist die Frage, was eine Stadt in ihrem Wasser speichert. Welche Erinnerungen lagern sich in Flüssen ab? Welche Geschichten, Körper und Formen von Gewalt werden verdrängt – und bewegen sich dennoch weiter?
Die Performance verbindet den Tigris und die Spree, Mesopotamien und Berlin, antiken Mythos und urbane Gegenwart. Im Zentrum steht die Geschichte von Iphigenie: Artemis nimmt den Wind, das Wasser steht still, Bewegung wird unmöglich. Damit beginnt eine Erzählung über Opfer, Stadtwerdung und die Gewalt, auf der Zivilisationen gebaut werden. Von dort aus folgt EXE: MYTHOS den Strömungen zwischen Fluss, Archiv und Körper. Was wurde trockengelegt, reguliert oder verdrängt, damit eine Stadt entstehen kann? Was erinnert Wasser anders als Archive? Und welche Schichten bewegen sich bis heute unter Berlin weiter?
EXE: MYTHOS bewegt sich zwischen dokumentarischer Sprache, körperlicher Performance, Film, Originalmusik und Live-Sound. Der Film ist dabei kein eigenständiges Medium, sondern Teil einer gemeinsamen Komposition aus Bild, Körper und Klang. Live-Momente, Choreografie, Stimme, Sound und Projektion greifen unmittelbar ineinander. Es entsteht kein theoretischer Vortrag, sondern ein physischer, musikalischer und filmischer Abend zwischen Wut, Zärtlichkeit, Humor, Kontrollverlust und kollektiver Erinnerung.
Eine Performance über Wasser als Gegenarchiv zur Stadt.
Über Wind, der verschwindet.
Und über die Schichten, die unter Berlin weiteratmen.
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