Tom Leather Neumeier

Iphigenies Rache


Eingesperrt in ihrem Kinderzimmer wartet Iphigenie auf ihre Hinrichtung. In mehreren Anläufen versucht sie, uns ihre Geschichte zu erzählen und wie es dazu kommen konnte: Angefangen hat alles mit ihrem Ururgroßvater Tantalos und einem Familienfluch. Zwei Generationen später zettelt durch den vermeintlichen Raub der Helena ihr Vater Agamemnon den Trojanischen Krieg an und erzürnt durch das Töten einer heiligen Hirschkuh Göttin Artemis. Diese schickt ihm als Strafe eine Windstille, damit seine Schiffe nicht weiter in Richtung Troja segeln können. Laut Seher Kalchas kann der Zorn der Artemis nur besänftigt werden, indem Agamemnon seine Tochter Iphigenie opfert. Und genau das soll jetzt passieren.

In ihrer Gefangenschaft sucht Iphigenie nach Möglichkeiten, ihr Schicksal abzuwenden. Kann man das Herz des Vaters erweichen? Lässt sich die Masse außerhalb des Kerkers zu einer Revolution mobilisieren? Gibt es einen Ausweg aus dem Narrativ, das Frauen nur als Opfer, Heilige oder Hexen kennt? Wer ist Iphigenie jenseits patriarchaler Mythen und auferlegten Identitäten?

Schauspielerin und Autorin Lilly-Marie Vogler reißt den Vorhang des antiken Mythos herunter und eröffnet ein neues, feministisches Kapitel der 2.400-jährigen Rezeptionsgeschichte. Dabei reflektiert sie Frauenbilder, kommentiert Erwartungshaltungen und Zuschreibungen des Patriarchats und rechnet gnadenlos mit einer von Männern dominierten Welt ab.

"Mit minutenlangen Standing Ovations bedankte sich das Publikum im sehr gut besuchten Parktheater für eine schauspielerische Hochleistung ebenso wie für ein Stück, in dem grundlegende Fragen der Gesellschaft verhandelt wurden." (07.03.2025, Bensheim)

Regie:

Nils Strunk

Mit Lilly-Marie Vogler
Autorin
Lilly-Marie Vogler
Inszenierung & Musik
Nils Strunk
Ausstattung & Video
Christiane Hilmer
Regieassistenz, Abendspielleitung & Inspizienz
Mira Knaupe
Dramaturgie Maxi Ratzkowski
Ausstattung & Video
Christiane Hilmer
Licht
Martin Stevens, Wanja Ostrower

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