Spätiparadies

Ein Späti, irgendwo in Berlin. Der Abriss des Gebäudes läuft bereits. Wand für Wand verschwindet, während drinnen weiter gesungen wird. Ein Ort, der sich auflöst, und Figuren, die einfach bleiben: Das ist komisch, bevor es bedrohlich wird.

Ein Karaokeautomat, ein paar Barhocker, Menschen, die zu unterschiedlichen Uhrzeiten aus unterschiedlichen Gründen hier landen. Man singt, wenn einem die Worte ausgehen – wenn die Deckung fällt, mit der man sich sonst vor der eigenen Not, Angst, Hoffnung schützt.

Einer von ihnen, Andi, hält den Laden am Laufen – und wie ein Geist erscheint ihm immer wieder eine frühere Liebe. Bis sie eines Tages wirklich vor ihm steht: Marleen, die einmal ging, weil sie sich entscheiden musste zwischen einem Leben und Andi. Jetzt ist sie es, die das Haus abreißen lässt. Und sie kommt trotzdem.

Die Inszenierung im Ballhaus Prinzenallee verlegt den Schauplatz von Ost-Berlin in einen x-beliebigen Späti der Gegenwart. Was bleibt, sind die Figuren ohne ihren Panzer – nicht schöner dadurch, nur ungeschützter.

Spätiparadies

Von:

Juliane Hendes

Regie:

Rolf Kemnitzer

12.02.2027

Ticketverkauf startet in Kürze